Die Situation bei uns im Betrieb ist so: Vor ein paar Jahren ist unser Chef gestorben. Seitdem hat seine Frau die Position des Chef´s eingenommen. Sie hat natürlich keinen Plan von der Materie. Den alten Meister hatte sie entsorgt (er war zu habgierig). Dann hatte sie einen neuen Meister gesucht und (leider) gefunden - halt unsern jetzigen.
Das traurige dabei ist ja, das ein Gespräch mit der Chefin nichts ändern würde. Ihr ist es quasi egal, hauptsache die Zahlen stimmen.
Und unser Meister gehört zu der Sorte von Menschen, die immer die Schuld bei anderen Leuten suchen, nie bei sich selbst.
In der Lackierbranche ist der Kampf hart, sehe ich ein. Aber trotzdem muß man realistisch bleiben und vor allem denken. Ich kann nicht von Anderen erwarten, Arbeiten zu erledigen, die man (als Meister) selber nicht besser hinbekommt. Er kann nicht erwarten, in einer Motorhaube jeden klitzkleinen (aber wirklich winzigen) Pickel weg zu machen und aber für das Polieren nur 15 Min. Zeit zu haben. Die Haube soll am Ende perfekt aussehen und es darf auch nichts einfallen. Oder Gummifußmatten mit dem Hochdruckreiniger säubern. Das sauber machen ist ein Service - damit der Kunde staunt und glücklich ist.
Oder das Thema Energie sparen. Das ist ja gar nicht mal so unwichtig in der Branche. Aber es kann nicht sein, das in den Kabinen schon Licht brennt, obwohl noch nichts zu lackieren da ist. Oder im Winter Heizung in der Halle lassen, aber das Tor minutenlang offen stehen lassen. Das passt in meinen Augen nicht ganz.
Zum Thema Kunden wegschicken: Kann sich nicht wirklich ein Betrieb leisten. Aber man ihn vertrösten auf nächste Woche. Und wenn der Kunde dafür kein Verständnis hat, hat er Pech. Ich behaupte aber, wenn man dem Kunden das vernünftig erklärt, warum es diese Woche schlecht ist, dann hat er auch Verständnis dafür!?
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