Beilackieren — Spies Hecker informierte Sachverständige.

5. November 2012

Beilackieren – Ausnahme oder Regelfall? Spies Hecker stellte dem Bundesverband freiberuflicher Sachverständiger (BVSK) die Herausforderungen moderner Reparaturlackierung vor.


Erstmals stellte der Bundesverband freiberuflicher Sachverständiger für das Kraftfahrzeugwesen (BVSK) technische und rechtliche Fragestellungen zur Fahrzeuglackierung in den Mittelpunkt seines Herbstsymposiums Ende September in Kottenheim. Spies Hecker Geschäftsführer Jochen Kleemann und Michael Kramer vom Technischen Service informierten die Sachverständigen über aktuelle Trends in der Lackinstandsetzung. „Wir haben den Teilnehmern die wachsenden Herausforderungen für die Reparaturfachbetriebe erläutert“, betonte Jochen Kleemann. „Im Mittelpunkt stand die Frage, wann das Beilackieren notwendig ist?“

Der Fachmann entscheidet

Die Antwort von Jochen Kleemann war eindeutig: „Nur der ausführende Lackierer kann als Fachmann entscheiden, ob bei einer Unfallinstandsetzung angrenzende Fahrzeugteile einlackiert werden müssen oder nicht.“ Damit stellte er sich erneut hinter die Vereinbarung aus dem Jahr 2008, die zwischen den maßgeblichen Institutionen getroffen wurde. Im „Merkblatt für Ausbesserungen von Uni- und Effektlackierungen“ haben Verbände, Versicherungswirtschaft und Lackindustrie das genaue Verfahren festgelegt.

Lackreparaturen werden komplexer

Vor den Sachverständigen, Verbänden und Vertretern der Automobilindustrie erklärte Jochen Kleemann, warum die Bedeutung des Beilackierens angrenzender Fahrzeugteile in Zukunft weiter steigen wird: „Farbtonabweichungen in der Serienlackierung, aber auch mehrschichtige Originallacke, Mattlackierungen und eingefärbte Klarlacke – viele Gründe führen dazu, dass eine fachgerechte, optisch einwandfreie Lackreparatur das Beilackieren verstärkt erfordern.“ Die
Reparaturlackierung sei deutlich schwieriger geworden als noch vor Jahren. Auch die wachsende Anzahl von Sonderfarbtönen erschwere die Lackinstandsetzung.

Entscheidungen respektieren

Michael Kramer, Technischer Service Spies Hecker, erläuterte den Sachverständigen im Detail, welche Herausforderungen heute im Fachbetrieb zu bewältigen sind. Farbvarianten, optische Abweichungen, Farbnuancen, Applikationstechnik, neue Farbtontrends bis hin zum Reparaturprozess mit eingefärbten Klarlack – der Techniker zeigte den Sachverständigen die ganze Bandbreite des modernen Lackierhandwerks auf.

Das Fazit von Jochen Kleemann: „Die Reparaturlackierung wird immer aufwändiger, das müssen Sachverständige in ihren Gutachten in Zukunft verstärkt berücksichtigen. Eine gute Grundlage für die Bewertung bietet das Lackmerkblatt, an dem sich auch Sachverständige orientieren sollten.“ Die Entscheidung des Fachmanns, ob das Beilackieren notwendig ist, sollten alle am Schadenprozess beteiligten Parteien respektieren.

 

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