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Alt 26.07.2008, 17:08   #1
Tobi
Lackmischer
 
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Standard Allgemeine Frage zu Kolbenkompressoren

Hi,
ich bin hier neu in dem Forum habe jedoch mit großer Aufmerksamkeit und Interesse die Threads über Kompressoren gelesen. Dies bedeutet, dass ich mir bewusst bin, dass eine normale Lackierpistole 250L/min Abgabeleistung des Kompressors bei 2,5 Bar benötigt. Nun habe ich jedoch noch einige grundlegende Fragen, die mir tortz der Lektüre der Threads noch nicht vollkommen klar sind:

1) Ich habe in einem Onlineshop (Link)
eine Angabe für einen Kompressor gesehen, die sich effektive
Abgabeleistung nannte. Daher wollte ich wissen, ob Hersteller,
die ihre Angaben nicht so staffeln, dass sie die Abgabeleistung
bei einem bestimmten Luftdruck angeben, die Abgabeleistung
bei 0 Bar angeben.

2) Aus einem Thread erging, dass sich beispielsweise der
Güde 415/10/50 CD nur für kleinere Lackierarbeiten eigne. Nun
habe ich eine grundlegende Frage hierzu. In dem Kessel des
Kompressor befindet sich nun ja komprimierte Luft. Wenn ich
nun beginnen würde zu lackieren würde der Druck im Kessel
abgebaut. Nun denke ich mir jedoch, dass der Kompressor
versuchen wird den Druckabfall im Kessel zu kompensieren und
daher wieder seine arbeit aufnehmen wird. Wenn diese der Fall
wäre, so würde der Kompressor die 250L/min, die er an die
Umwelt/Lackierpistole abgibt mit seinen 300L/min Abgabe-
leistung deutlich kompensieren können, oder es sollte zumin-
dest nur eine kleine Differenz zwischen Abgabeleistung und tat-
sächlich abgegebener Luft entstehen, die der Kessel ausglei-
chen müsste. Das würde ja eigentlich bedeuten, dass man mit
dem oben angesprochenen Kompressor auch größere Teile, wie
Kofferraumdeckel, Motorhauben, oder auch Türen lackiern
könnte.

Sollte ich irgendwo einen Fehler bei meinen im zweiten Punkt an-
gesprochenen Überlegungen gemacht haben, so bitte ich das zu
enschuldigen und möchte um eine ausführliche Richtigstellung bitten.

MfG
Tobi
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Alt 27.07.2008, 01:14   #2
bissiger Lurch
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Also, mit dem Güde 415/10/50 kannst Du mit Sicherheit Kofferraumdeckel, Motorhauben, oder auch Türen lackieren. Er hat einen 50L-Kessel und 10 bar Kesseldruck, er kann also 50L x 10bar = 500 Liter Druckluft zwischenspeichern. Wenn er einen bestimmten Kesseldruck unterschreitet, läuft er automatisch wieder an. Er hat eine Abgabeleistung von 302 Litern. Wenn wir mal annehmen, dass er bei einem Druckabfall auf 5 bar wieder anläuft, um den Kessel aufzufüllen, dann benötigt er dafür theoretisch eine Zeit von 5bar x 50L / 302L/min = 49,66 Sekunden. Das ist schon recht fix.

Gruß
BL
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Alt 27.07.2008, 01:44   #3
Tobi
Lackmischer
 
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Wie sieht das dann eigentlich aus? Kann man einstellen, ab welchem Druck er wieder auffüllt? Oder ist das von dem Hersteller eingestellt? Wenn es nur vom Hersteller einzustellen geht, wo sieht man dann, ab wann er wieder anfängt zu arbeiten.
Wenn der Kompressor nun allerdings anfängt wieder zu laufen und gehen wir davon aus, dass so viel luft wieder nachgefüllt wird, wie abgegangen ist, dann könnte man doch unendlich lang sprühen und nicht nur ungefähr die ein bis zwei Minuten, bis der Kessel entlehrt wäre, oder? Wenn er ja so viel luft nachliefert, wie raus geht müsste das doch so sein, oder?

MfG
Tobi
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Alt 27.07.2008, 02:13   #4
bissiger Lurch
Spiegellackierer
 
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Also, ich selbst habe einen Schneider-Kompressor des Typs Basemaster 400-10-50 W. Siehe http://www.schneider-druckluft.de/pr...abelle_13.html

Er hat einen MaximalDruck von 10 bar und schaltet lt. Bedienungsanleitung bei 8 bar wieder ein. An diesem Kompressor lässt sich der Druckschalter NICHT verstellen.
Vielleicht gibt es aber auch Kleinkompressoren mit verstellbarem Druckschalter, keine Ahnung...

Gruß
BL
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Alt 27.07.2008, 12:04   #5
Tobi
Lackmischer
 
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Wie sieht das bei dem Kompressor aus, der ist ja relativ vergelichbar von den Daten mit dem Güde, den ich oben mal beispielshalber verwendet habe. Wie lange kannst du mit dem Ding lackieren, ohne dass der Druck zu niedrid wird. Das müsste ja schon eine ganze weile gehen, wenn sich der Kompressor wieder bei 8 Bar einschaltet.

Wenn man jetzt davon ausgeht, dass die Differenz zwischen Luft, die raus geht (300l/min) und Luft die durch den Kompressor wieder rein gepumpt wird geht (285l/min), 15l/min beträgt und man annimmt, dass die untere Grenze fürs lackieren so 4 bar wären (hängt ja u.a. von der Länge des Schlauchs ab), so könnte man folgende Rechung aufstellen:

2 Bar x 50l / 300l/min x 60 sec = 20sec
Das wäre dann die Zeit, nach der sich der Kompressor wieder einschaltet und arbeitet. Danach beträgt die Differenz wie oben erwähnt wurde 15l/min, die durch den Kessel ausgeglichen werden muss, da zu wenig Luft durch den Kompressor zur Verfügung gestellt wird.

4 Bar x 50l / 15l/min x 60 sec = 800 sec (13 Min 20 sec)

Wenn meine Überlegungen jetzt halbwegs richtig waren, so müsstest du mit deinem Kompressor ca. 14 Minuten ununterbrochen lackieren können. Kannst du das in etwa bestätigen? Wenn du das nicht bestätigen könntest, könntest du mir dann in etwa sagen, wie lange du ununterbrochen lackieren könntest? Schon mal im Vorraus vielen Dank für die Antworten und natürlich auch noch vielen Dank für die Antworten, die schon geliefert wurden.

MfG
Tobi
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Alt 27.07.2008, 21:41   #6
bissiger Lurch
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Ich habe das Ding erst seit ca. einem Jahr und auf Grund von Krankheit meiner Familienangehörigen kaum Zeit gefunden, mich mit dem Lackieren zu beschäftigen. Damit fange ich dann in der kommenden Woche an, denn dann habe ich Urlaub und werde ich die Felgen sowie die Hinterradschwinge meines Motorrades umlackieren. Probehalber habe ich schon einmal mit Wasser gespritzt, um die Zerstäubung meiner neuen Spritzpistole Devilbiss FLG 5 auszutesten. Die hat einen Luftverbrauch von ca. 275L/min und mein Kompressor ist dabei ganz schön oft angesprungen, die Zeit habe ich aber nicht gemessen.

Ab er was will man machen, der Schneider Basemaster 400-10-50 W und auch der Güde 415/10/50 sind so ziemlich die leistungsstärksten Kompressoren mit 230 VAC. Mehr geht da meines Wissens nicht..

BTW: Ich habe auch noch zwei Spritzpistolen der Fa. Schneider, nämlich die Modelle FSP-FP-HTE 1,5 sowie die FSP-FP-HTE 1,8 zum Füllern. Ausprobieren konnte ich die Dinger ebenfalls noch nicht, aber sie haben einen Luftverbrauch von lediglich 130-200 Liter/min.
Schaust Du hier: http://www.schneider-druckluft.de/td...a/G880366B.pdf

Ich werde noch einmal ein paar Zeilen dazu schreiben, wenn ich die Sachen auch ausprobiert habe...

Gruß
BL
bissiger Lurch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2008, 17:29   #7
Tobi
Lackmischer
 
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Hi,
vielen Dank für deine Antwort. Ich fänd es echt toll, wenn du demnächst mal etwas über die Belastbarkeit deines Kompressors berichten könntest. Allerdings hab ich da mal ne Frage: Ist es eigentlich schlimm, wenn der Kompressor öfters anspringt. Ich denke doch, dass wenn der Kompressor anspringt das doch positiv ist, da der Druck konstant gehalten wird. Und schlimm wär es doch eigentlich nicht, wenn der Kompressor die gesamte Zeit liefe, sollte der konstant gehalten werden(wenn der Druck/Luft der rausgeht annähernd gleich dem Druck/Luft der regeneriert wird entspricht).

Ich freu mich auf jeden fall dann mal auf deinen Erfahrungsbericht.

MfG
Tobi
Tobi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2008, 23:32   #8
bissiger Lurch
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Wenn der Kompressor oft anspringt oder im Dauerbetrieb läuft, dann erzeugt er durch die ständige Reibung der Luftmoleküle aneinander heiße Luft, die bei der Abkühlung wieder Kondenswasser nach sich zieht.
Des weiteren ist so ein Ding auch nicht gerade leise und so ein Antriebsmotor zieht auch einiges an Leistung aus der Steckdose.

Von daher ist es nur vorteilhaft, wenn so ein Teil eine möglichst große Füllleistung erbringt und auch mit einem möglichst großen Druckbehälter wegen der Druckluftpufferung ausgestattet ist.
bissiger Lurch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.09.2009, 22:54   #9
Sata_niker
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Hallo zusammen!

Ich lese in diesem interessanten Forum schon längere Zeit als Gast mit und hab mich auch schon vor einigen Wochen angemeldet, um die Videos und PDF-Erklärungen anschauen zu können. Danke für die Mühe, die in diese Sammlungen investiert wurden.
Manche Threads enden aber mitunter sehr plötzlich, so wie auch dieser hier. Falls hier also nochmal reingelesen wird von "Bissiger Lurch", würden mich besonders seine Erfahrungen mit der FLG 5 und der Schneider Füllerpistole (falls sie auch zum Lackieren in Verwendung war) interssieren. Zur FLG 5 gibt es ja mehrere Threads, die aber irgendwie immer recht knapp abgehandelt wurden, zu Modellen wie der Schneider oder auch von Walther ist leider wenig nachzulesen hier. Die Schneider ist ja weiters baugleich mit der Airgunsa (Iwata Group), über die ich auch kaum was finden konnte. Ich würde gern meine beiden alten Sata LMS ersetzen, hab auch eine Ebay-Spritze mehr oder weniger "irrtümlich" ersteigert (die sogenannte "Grüne" mit 1,4 er Düse), die eigentlich ganz gut funktioniert, mir aber haptisch und von der Wertigkeit so gar nicht gefällt, sodass ich weiterhin auf der Suche nach Hochwertigerem bin, das dennoch leistbar bleibt, wenn man das Lackieren nur sporadisch und als Hobby betreibt. (In diesem Zusammenhang verwundert es, dass Sata sich der Econoline so zu schämen scheint, dass sie auf der offiziellen Seite nicht einmal über die Suchfunktion auftaucht.)
Wäre nett, wenn es zu den Pistolen FLG 5 und HTE - auch im Hinblick, wie sie mit den beiden angesprochenen Kompressoren harmonieren - noch ein kurzes Statement gäbe. Danke!

Beste Grüße
Franz
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Alt 18.09.2009, 10:27   #10
plasma1210
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Zitat:
Zitat von Sata_niker Beitrag anzeigen
. (In diesem Zusammenhang verwundert es, dass Sata sich der Econoline so zu schämen scheint, dass sie auf der offiziellen Seite nicht einmal über die Suchfunktion auftaucht.)
Franz
das ist Blödsinn und möchte ich so nicht ohne Kommentar stehen lassen.

Ja, die Econoline wird nicht aktiv von der Sata beworben, ebenso wie auch Devilbiss die SLG-600 nicht aktiv bewirbt.
Im gewerbichen Einsatz erfüllen beide nicht die Vorgaben (Übertragungsrate) für die Fahrzeuglackierung.
Zumindest nicht in der EU.
Zielgruppe für diese Pistolen ist bei uns der Hobbylackierer.
Und das tun wir mit gutem Gewissen. weil Preis/Leistung und auch der Service stimmt. ( Garantieabwicklung, Sicherheit beider Ersatzteilverorgung etc.)

Natürlich gibt es noch Pistolen im absoluten Niedrigpreissektor,
wir haben fast täglich Anfragen, warum wir diese Modelle nicht mit anbieten. Lieferanten hätten wir dafür reichlich. Dies lehnen wir aber ab, obwohl man wirklich einigen Modellen ein gutes Spritzbild bescheinigen kann. (wenn man Glück hat)
Und das hat mehrere Gründe, wie z.B.

starke Qualitätsschwankungen

mangelnde Ersatzteilversorgung (teilweise gar keine Ersatzteile
oder Lotteriespiel wie Links oder Rechtsgewinde)

Rechtssicherheit ( teilweise Plagiate) unüberschaubarer Markt,
oft ist nicht einmal der Hersteller ausfindig zu machen

Preise, welche eigentlich Qualität unmöglich machen, wenn wir z..B. Edelstahldüsensätze ( Kappe Düse und Nadel) zum Preis von einer Tüte Erdnüssen angeboten bekommen.

deweiteren stellt sich die Frage, von wem und unter welchen Bedingungen diese Pistolen hergestellt werden.

diesen Markt überlassen wir lieber anderen
__________________
..........der Weg ist das Ziel !
plasma1210 ist offline   Mit Zitat antworten
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